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Der Fußballsport in Magdeburg bis 1945
Vor 1945 war der Fußballsport in Magdeburg im Gegensatz zum Feldhandball, der zu Deutschen Meisterehren kam, nur von regionaler Bedeutung. Die bekanntesten Vereine hießen Cricket-Viktoria, Viktoria 1896, MFV Fortuna 1911 und MSC Preussen 1899. Zwar bestritten Abwehrspieler Ernst Jordan (Cricket-Viktoria) und Halbstürmer Paul Matthes (Viktoria 1896) das erste bzw. zweite Länderspiel der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft 1908, aber in den Endrunden zur Deutschen Meisterschaft bzw. dem DFB-Pokal spielte eine Magdeburger Mannschaft nie eine Rolle. Im übrigen war Ernst Jordan der Schütze des ersten Eigentores der deutschen Nationalmannschaft.

Den einzigen nationalen Erfolg holte eine Magdeburger Stadtauswahl, die als „Gebiet Mittelelbe“ 1943 Deutscher Jugendmeister wurde. In dieser Elf stand mit Ernst „Anti“ Kümmel auch ein Spieler, der später für die Vorgängervereine des 1.FCM aktiv war und als Trainer für die ersten beiden FDGB-Pokalsiege 1964 und 1965 sorgte. Der bekannteste in Magdeburg geborene Fußballspieler war übrigens Horst Buhtz, der sich 1948 in den Westen absetzte und später als einer der ersten deutschen Legionäre in der italienischen Serie A für den AC Turin erfolgreich auf Torejagd ging. Als Trainer gelang ihm das einmalige Kunststück mit fünf verschiedenen Vereinen in die 1.Bundesliga aufzusteigen.

Die Sportgruppe Sudenburg
Im Sommer 1945 wurden von der Sowjetischen Militäradministration in ihrer Besatzungszone alle bürgerlichen Sportvereine aufgelöst und jeglicher Vereinsbesitz beschlagnahmt. Vorerst gab es für Fußballbegeisterte nur die Möglichkeit sich antifaschistischen Sportgruppen in den Wohngebieten anzuschließen. Auf dem Sportplatz am Königsweg (das spätere Heinrich- Germer-Stadion) gründeten im Herbst 1945 ehemalige Spieler des MSC Preussen 1899 mit anderen Sportfreunden die Sportgruppe Sudenburg, den ersten Vorgänger des 1.FC Magdeburg nach dem Krieg. Die bekanntesten Spieler aus der Gründerzeit neben dem schon erwähnten Ernst Kümmel waren Siegfried „Siggi“ Koch, Kurt Holke (bei der WM 1974 in der Bundesrepublik Co-Trainer der DDR-Nationalmannschaft), Kurt Herwig, Kurt Zernecke und der ehemalige Danziger Gauligaspieler Heinz Brauer. Der erste Trainer war der Drogerist Fritz Klatt.

Noch war kein wettbewerbsmäßiger Spielbetrieb gestattet, so dass es nur „Gesellschaftsspiele“ mit anderen Sportgruppen in Magdeburg und der näheren Umgebung gab. Am beliebtesten bei den damaligen Kickern waren die Spiele auf den umliegenden Dörfern, die so genannten „Wurstspiele“.

Ab Herbst 1946 begann dann der kommunale Spielbetrieb, die Sudenburger wurden in die 2. Gruppe der Region Magdeburg eingegliedert und befanden sich dort auf einem Mittelfeldplatz. 1947 spielte man dann in der 1. Fußballklasse Magdeburg / Gruppe Süd und ein Jahr später in der Bezirksklasse Magdeburg / Staffel B. Im selben Jahr fanden auch die ersten Ostzonenmeisterschaften statt, die der Zwickauer Verein SG Planitz gewann (mit der späteren Magdeburger Trainerlegende Heinz Krügel als Spieler). Von solchen Erfolgen waren die Sudenburger noch meilenweit entfernt. Selbst in Sachsen-Anhalt, deren stärkste Vereine zu der Zeit ZSG Union Halle (Ostzonenmeister 1949), BSG Waggonbau Dessau (FDGB-Pokalsieger 1949) und BSG Hans Wendler Stendal hießen und zu den Gründungsmitgliedern der DDR-Oberliga gehörten, war man nur zweitklassig - aber man war sehr ehrgeizig am Sudenburger Königsweg.




Die Geschichte des 1. FC Magdeburg
Die Stadt Magdeburg hat eine lange Fußballtradition. Vereine wie Viktoria 96, Preussen 99 oder Cricket Victoria Magdeburg waren geachtete Mannschaften zu ihrer Zeit. Die neuere Fußballgeschichte beginnt 1945. Vorgängervereine wie die SG Sudenburg und Lemsdorf vereinigten sich zur SG Einheit Sudenburg. 1950 erfolgte der Anschluss an die SAG Krupp-Grusson, die 1951 in Stahl Magdeburg und 1952 in Motor Mitte umbenannt wurde. 1957 wechselte die Fußballabteilung von Motor Mitte zum SC Aufbau Magdeburg, der im Juli 1965 den Namen SC Magdeburg erhielt. Am 22.12.65 wurde aus der Fußballabteilung des Sportclubs der 1. FC Magdeburg gegründet.

In dem wohl erfolgreichsten Jahr des 1. FCM führte der damalige Trainer Heinz Krügel die Mannschaft 1974 zum größten Triumph, den eine DDR-Mannschaft jemals errungen hat: den Gewinn des Europapokals der Pokalsieger. Im Endspiel in Rotterdam am 8. Mai 1974 wurde der AC Mailand mit 2:0 besiegt. Dreimal - 1972, 1974 und 1975 - wurden die Spieler aus Magdeburg DDR-Meister. Zwischen den Jahren `64 und `83 stand der Club siebenmal im Finale des FDGB-Pokals und gewann jedesmal!


1993, 1998, 2000, 2001, 2003 und 2007 konnten die Blau-Weissen den Landespokal in Sachsen-Anhalt gewinnen. Dies berechtigte zur Teilnahme am DFB-Pokal. Im Jahr 2000 ging der 1. FCM durch die deutschen Medien als "Pokalschreck". Der Viertligist besiegte die Bundesliga-Profivereine 1. FC Köln und den deutschen Rekordmeister FC Bayern München sowie den Regionalligisten Karlsruher SC. Gebremst wurde der Club erst durch ein knappes 0:1 gegen den FC Schalke 04. Der in dieser Saison erfolgreiche Trainer Eberhard Vogel führte den 1. FCM 2001/2002 in die Regionalliga Nord. Durch ein eingeleitetes Insolvenzverfahren am Ende dieser Saison kam für den Club der Zwangsabstieg in die Oberliga.

Der FCM erholte sich schnell von dem Schock und schuf neue Strukturen. Als Manager wurde 2005 Bernd Hofmann verpflichtet, der sein Handwerk bis dahin beim 1. FC Union Berlin gelernt hatte und die Eisernen sogar bis in die zweite Bundesliga geführt hat. Unter Trainer Dirk Heyne, der in seiner aktiven Zeit Torwart bei den Blau-Weissen und später beim Bundesligisten Borussia Mönchengladbach war, schaffte eine neu formierte Truppe des 1. FCM den Durchmarsch von der Oberliga bis in die Regionalliga Nord. In der letzten Saison verpasste man nur knapp den Aufstieg in die zweite Bundesliga und spielt in dieser Saison um die Qualifikation in die dritte Bundesliga.


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