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Eine Legende ist von uns gegangen, Meistertrainer Heinz Krügel

Trauerfeier 15. November 2008, 11:00 Uhr, Westfriedhof Magdeburg



In unseren Herzen lebst Du weiter!!!

24.04.1921 - 27.10.2008




Als 6-Jähriger begann Krügel mit dem Fußballspiel beim Planitzer SC. Während des Zweiten Weltkrieges wurde er als Soldat an der Ostfront verletzt, kämpfte danach auf dem Balkan und geriet dort in Gefangenschaft, aus der er 1946 zurückkehrte. 1948 gehörte er zu der Mannschaft der SG Planitz, die 1948 die erste Ostzonenmeisterschaft gewann.
1949 wechselte er nach Crimmitschau zur BSG Fortschritt, wo er 1950 wegen einer schweren Knieverletzung schon mit 29 Jahren seine aktive Laufbahn beenden musste.
Krügel blieb jedoch dem Fußball treu und übernahm 1951 das Amt des Landestrainers in Sachsen. Wenig später übernahm er als jüngster Trainer der DDR-Oberliga die neu gegründete Sportvereinigung Volkspolizei Vorwärts Leipzig.
Trainer bei Einheit Ost Leipzig, aus dem später der SC Rotation Leipzig, ein Vorläufer des 1. FC Lokomotive Leipzig.
Zur gleichen Zeit war der SC Empor Rostock aus der Oberliga abgestiegen, hatte binnen eines Jahres drei Trainer entlassen und engagierte nun Krügel mit dem Auftrag, die Mannschaft wieder in die Oberliga zurückzuführen.
Mit Platz 2 hinter Dynamo Berlin schaffte der SC Empor 1957 den Wiederaufstieg und kam in der nächsten Saison auf Platz 7 der Oberliga. 1959 erreichten die Rostocker den 4. Platz. Am 12. August 1959 übernahm Krügel das Training der DDR-Nationalmannschaft, die er in insgesamt acht Spielen betreute.
Anschließend sicherte Krügel dem abstiegsgefährdeten Oberligaaufsteiger SC Chemie Halle den Klassenerhalt.
Nachdem er dem Oberliganeuling zum zweiten Mal den Klassenerhalt gesichert hatte verließ Krügel am Ende der Saison 1965/66 Halle.

Erneut übernahm er die Aufgabe, einen Oberligaabsteiger zum Wiederaufstieg zu verhelfen, diesmal war es der 1. FC Magdeburg. Auch dieses Vorhaben gelang, und damit begann Krügels erfolgreichste Zeit als Trainer. Als Wiederaufsteiger kamen die Magdeburger sofort auf den 3. Platz und gewannen im folgenden Jahr 1969 den FDGB-Pokal. 1972 konnte Magdeburg die erste Fußballmeisterschaft feiern, der unter der Regie von Heinz Krügel 1974 und 1975 zwei weitere Titelgewinne folgten. 1973 holte der 1. FCM zudem zum zweiten Mal den DDR-Pokal. Alle diese Erfolge wurden jedoch überstrahlt vom Gewinn des Europokals der Pokalsieger. Am 8. Mai 1974 gewann der 1. FC Magdeburg in Rotterdam mit 2:0 über den AC Mailand. Unter Krügels Ägide wurden sieben Spieler zu Nationalspielern, darunter Martin Hoffmann (66 Spiele), Jürgen Pommerenke (57) und Jürgen Sparwasser (53).

Getreu dem Sprichwort „Undank ist der Welt Lohn“ wurde Krügel 1976 vom DDR-Fußballverband als Trainer mit der Begründung, er habe die Leistungsentwicklung der Olympiakader des 1. FC Magdeburg ungenügend gefördert, auf Lebenszeit gesperrt. Wie Krügel später berichtete, sei ihm in einem Gespräch mit Verbandsfunktionären außerdem mitgeteilt worden, er sei als Fußballtrainer untragbar, weil er ein „Ost-West-Versöhnler“ wäre. Als wahrer Grund ist anzunehmen, dass Krügel u. a. eine Beeinflussung seiner Arbeit durch die SED-Bezirksleitung nicht zuließ und sich dagegen verwahrte, dass bei einem Europapokalspiel gegen den FC Bayern München deren Kabine verwanzt werden sollte. Krügel wurde als „Objektleiter“ zur unterklassigen BSG Motor Mitte Magdeburg abgeschoben und erst 1996 durch den DFB rehabiliert.

Auch im Ruhestand blieb Heinz Krügel als zeitweiliger Sportlicher Direktor und als Mitglied des Ehrenrates dem 1. FC Magdeburg verbunden. Im Februar 2006 scheiterte eine Initiative der Stadtratsfraktion von future! - die jugendpartei, die den Vorplatz des neuen Magdeburger Stadions zum 85. Geburtstag zu Ehren seiner Verdienste in Heinz-Krügel-Platz benennen wollten. Die Mehrheit des Stadtrates lehnte den Antrag aufgrund der Tatsache ab, dass es nicht üblich ist, Straßennamen an noch lebende Personen zu vergeben.

Erfolge:

Europapokal der Pokalsieger 1974
DDR-Meister 1972, 1974, 1975
DDR-Pokalsieger 1962, 1969, 1973
Oberligaaufstieg 1957, 1965, 1967




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